GOTT DER HERR IST MENSCH IN VATER UND SOHN
von agnus d. / anno domini 2006
DER GANZHEITLICHE MENSCH
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I. Das Wort und der Arm des Herrn - für Schöpfung und Gericht in einem
Dadurch, dass das Dasein schlechthin die totale Singularität (= Einzelheit ohne Gegenteil) ist, muss der Herr alles in sich selbst aus sich selbst heraus zur Erscheinung bringen. Den ein Außerhalb dieses Ein und Alles bzw. Universums kann es ja per Definition nicht geben. Dabei stehen dem Herrn zwei Ausführungsorgane zur Verfügung. Das ist zum einen sein schöpferisches Wort, mit welchem er Dinge und Wesen - wie zum Beispiel die Zeit - einfach herbei- oder hinwegzurufen vermag. Zum anderen ist da noch sein allgewaltiger Arm, mit dem er einen totalen Akt auszuführen vermag, um Wirklichkeiten zum Erscheinen oder Verschwinden zu bringen. Der uns aus der Bibel überlieferte Akt betrifft die Weltgrundlegung. Hier kamen Wort und Arm synchron zum Einsatz, wobei mit dem Wort der Sinn und die Absicht zum Ausdruck gebracht wird, und durch die Arm- und Handausstreckung die Ausführung erfolgt.
Weil im Urgrund des Daseins das Sein und das Nichts sich wechselseitig bedingend ungetrennt vorhanden sind, der Urgrund vom Herrn komplett verkörpert wird, ist dadurch ein raumzeitlos satanischer Tot- und Nullpunkt zu einer Ungetrenntheit von Nichts und Sein induziert. Einziger Ausweg ist hier die Trennung des Nichts vom Sein, die nur in einer allgewaltigen den Herrn selbst betreffenden Verwerfung des Satan bestehen kann, was wir bereits schon als die Weltgrundlegung kennen. Doch ist die Selbstverwerfung nicht allein nur mit dem Wort "Satan weiche" zu machen, weil die Trennung den alles verkörpernden Herrn selbst betrifft. Deswegen hatte für eine Selbstabstoßung die Arm- und Handausstreckung gegen das Universum zu erfolgen, weil ja der Herr das Universum inmitten des Universums sozusagen fraktal verkörpert. Solange der Arm des Herrn hierbei ausgestreckt ist und bleibt, solange währt auch die zeitliche Weltgrundlegung. Spricht der Herr schlussendlich jenes zum abgestoßenen Satan gegenteilige Wort einer partnerlichen Selbstannahme, so folgt daraufhin mit umgekehrten Weg die Arm- und Handeinziehung. Das lässt die Selbstschöpfung bzw. das Selbstgericht unmittelbar beendet und vollendet sein. Die zeitliche Wirklichkeit kehrt sich damit komplett aus dem vom urknallenden Anfang bis Ende gedauert habenden Akt in eine darum zeiterfüllt ewige Aktvollzogenheit um.
Folgende Bibelverse geben uns die unterfütternden Belege:
2Mo 3,15 Und nochmals sprach Gott zu Mose: Also sollst du zu den Kindern Israel sagen: Der HERR, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt; das ist mein Name ewiglich und meine Benennung für und für. 4Mo 11,23 Der HERR aber sprach zu Mose: Ist denn die Hand des HERRN verkürzt? Jetzt sollst du sehen, ob mein Wort eintreffen wird vor dir oder nicht! Jer 23,29 Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der HERR, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmeißt?
Gegenüber Moses stellt der Herr klar, dass sein unvergänglich ewiger Name eben der Herr ist. Grund für sein Gott- bzw. Herr-Sein ist erstens die Verkörperung allen Daseins in seiner universalen Person, sowie dann zweitens seine Selbstbezwingung. Er vollzieht sie mittels seines ein jedes Ding und Leben begründenden Selbstaktes, als eine wort- und armgewaltig sowie kosmisch urknallende Selbstabstoßung. In der Bibel wird sie Weltgrundlegung genannt.Jes 14,26 Das ist der Ratschluss, beschlossen über die ganze Welt, und dies ist auch die Hand, über alle Völker ausgestreckt! Jes 14,27 Denn der HERR der Heerscharen hat es beschlossen, wer will es vereiteln? Seine Hand ist ausgestreckt; wer will sie abwenden? Jes 48,13 Ja, meine Hand hat die Erde gegründet und meine Rechte die Himmel ausgespannt. Sobald ich ihnen rief, standen sie sogleich alle da. Jes 42,8 Ich bin der HERR, das ist mein Name; und ich will meine Ehre keinem andern geben, noch meinen Ruhm den Götzen! Jes 43,11 Ich, ich bin der HERR, und außer mir ist kein Erretter. Jes 44,24 So spricht der HERR, dein Erlöser, der dich von Mutterleib an gebildet hat: Ich bin der HERR, der alles tut. Ich habe die Himmel ausgespannt, Ich allein, und die Erde ausgebreitet. - Wer war bei mir?
Gott der Herr will von der Menschheit richtig verstanden werden als der, welcher wegen seiner Verkörperung des Universums notwendigerweise absolut mit sich allein sein muss. Da liegt und hängt alles am Herrn. Keinem anderem Menschen ist der Herr vergleichbar. Naturgemäß kann es bei jener Totalsingularität des Herrn auch keinen anderen Gott oder ein anderes Dasein geben. Gegenüber dem Dasein ist nur noch das Nichts, das aber gleichfalls vom Herrn im Rahmen seiner daseinsnotwendigen Selbstpolarität mitumfasst und mitbeherrscht wird.
Jes 45,5 Ich bin der HERR und sonst ist keiner; denn außer mir ist kein Gott. Ich habe dich gegürtet, ehe du mich gekannt hast, Jes 45,6 damit vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang erkannt werde, dass gar keiner sei außer mir; Ich bin der HERR, und sonst ist keiner, Jes 45,18 Denn also spricht der HERR, der Schöpfer des Himmels, der Gott, der die Erde gebildet und bereitet hat; - er hat sie nicht erschaffen, dass sie leer sein soll, sondern um bewohnt zu sein hat er sie gebildet -: Ich bin der HERR und sonst ist keiner! Hos 13,4 Ich aber bin der HERR, dein Gott, vom Lande Ägypten her, und außer mir kennst du keinen Gott, und es gibt keinen Retter als mich allein!Mit diesen Versen bei den einstigen Propheten Gottes gibt der Herr unmissverständlich zur Kenntnis, dass außer ihm nichts ist. Konkret heißt das, dass indem er das Dasein bzw. das All in Person ist, sonst eben nichts weiter ist. Alles Dasein im Universum ist verfügbarer Bestandteil des Herrn, welcher eben kraft seines universalen Geistes als einzig ganzheitlicher Mensch das Universum in und mit seiner Person vergegenständlicht. Und zwar auch dann, wenn er innerhalb von sich selbst - bzw. inmitten des Universums auf einem Planeten Erde - als Mensch entsteht und sich unter Menschen als einer der ihren bewegt. Damit das sein kann, dafür war die Raumzeit bringende Weltgrundlegung unerlässlich. Und damit der Herr an sich selbst in der weltgrundlegend erforderlichen Weise handeln kann, braucht er zwingend einen raumzeitlichen Abstand zu sich selbst, was in der personalen Aufteilung von Sprecher und Wort bzw. Vater und Sohn geleistet ist. Denn aus einem zu tödlicher Ohnmacht verdammenden raumzeitlosen All-Nullpunkt heraus ist absolut kein seingemäßes Dasein möglich.
2Mo 6,6 Darum sage den Kindern Israel: Ich bin der HERR und will euch aus den Lasten Ägyptens herausführen und will euch von ihrer Knechtschaft erretten und will euch durch einen ausgestreckten Arm und große Gerichte erlösen. 5Mo 11,2 Und ihr sollt heute erkennen - was eure Kinder nicht wissen und auch nicht gesehen haben - die Zucht des HERRN, eures Gottes, und seine Majestät und seine mächtige Hand und seinen ausgereckten Arm. Jes 40,10 Siehe, Gott, der HERR, kommt als ein Starker, und sein Arm wird für ihn herrschen; siehe, sein Lohn ist bei ihm, und was er erworben, das geht vor ihm her. Jer 27,5 Ich habe durch meine große Kraft sowie meinen ausgestreckten Arm die Erde, den Menschen und das Vieh auf dem Erdboden gemacht und gebe sie, wem ich will;In diesen Versen offenbart der Herr seine Machtmittel, welche mit dem Wort und dem ausgestreckten Arm, sowie der ausgestreckten Hand spezifisch menschlich sind. Mitoffenbart ist hier also das Menschsein Gottes, auch wenn es wegen des universalen Geistes des Herrn in ihm aufgehoben und so auf das Universum verteilt, dadurch den Blicken räumlich und zeitlich begrenzter Mitmenschen entzogen sein muss. Wem es aber als räumlich und zeitlich begrenzten Menschen kraft seines Glaubens gelingt, zum Heiligen Geist des Herrn eine Verbindung herzustellen, der gerät in eine Spiegelung des Alls, und findet damit Eingang in die universale Person des Herrn. Wer Gott der Herr sein will, oder nur so sein will wie er, der hat den kompletten Werdegang zu durchlaufen, wie Gott der Herr Mensch wurde, oder auch umgekehrt eben ein Mensch zu Gott dem Herrn. Denn effektiv gibt es außer dem Herrn keinen anderen, der zugleich auch immer mit sich selbst identisch ist, wobei die Individualität des Äußeren unendlich variieren kann. Denn wer das Universum in Person ist, der kann auch in jeder beliebigen Form und Hautfarbe in Erscheinung treten.
Gemäß:
Mt 17,20 Jesus aber sprach zu ihnen: Um eures Kleinglaubens willen! Denn wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben hättet wie ein Senfkorn, so würdet ihr zu diesem Berge sprechen: Hebe dich von hier weg dorthin! Und er würde sich hinwegheben, und nichts würde euch unmöglich sein. Mt 19,26 Jesus aber sah sie an und sprach zu ihnen: Bei den Menschen ist das unmöglich; aber bei Gott ist alles möglich. Mk 10,27 Jesus aber blickte sie an und sprach: Bei den Menschen ist es unmöglich, aber nicht bei Gott; denn bei Gott sind alle Dinge möglich. Lk 1,37 Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. Lk 18,27 Er aber sprach: Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.
II. Der ganzheitliche Mensch
1Mo 1,27 Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; männlich und weiblich schuf er sie.
Der Mensch (maskulin) nach dem Bilde Gottes, das ist laut Genesis die Einheit von Mann und Frau. Zugleich folgt aus dieser Einheit, dass der Einzelne - ob Mann oder Frau - ohne eine direkte personale Verbindung zu seinem Du eingegangen zu sein, nicht dem Abbild Gottes entspricht. Dem quasi halben Mann oder der halben Frau ist hierbei aufgegeben, die gegengeschlechtlichen Hälften zu einer Einheit zu verbinden. Wo sich diese Verbindung realisiert, da ist alsdann die Geburtsstunde des ganzheitlichen Menschen, zum geborenen Abbild Gottes. Gemäß der Genesis ist er hierbei in den paradiesischen Anfang gestellt, mit der Chance sich durch Bewährung vom Abbild zum Urbild zu wandeln. Denn der Herr ist genau der ganzheitliche Mensch, der sich seine Herrschaft mit einer Selbstbezwingung und -bemeisterung gegen sich selbst erfolgreich durchzusetzen hatte.
Mt 19,5 und sprach: «Darum wird ein Mensch (maskulin) Vater und Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen; und die zwei werden ein Fleisch sein»? Mt 19,6 So sind sie alsdann nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch (im Mann). Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden. Mk 10,8 und die zwei werden ein Fleisch sein. So sind sie nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch.Jeder weiß es, dass das Ganze weit mehr ist als die Summe seiner Teile. So verhält es sich auch beim ganzheitlichen Menschen, der mit der Einheit "zwei zu eins" eine neue reale, personale und spirituelle Dimension hinzubekommt. Jedoch besteht die neue Einheit aus Mann und Frau nur bei demjenigen der beiden, welcher sich bei seinem Partner selbsthingebend ausgehaucht hatte. Und das ist der gegenüber der Frau naturgemäß geistlich freiere Mann. Nur der erhält bei seiner Selbsthingabe im direkten Gegenzug die erhöhende neue Einheit. Dadurch ergibt sich die sozusagen schizophrene Situation, dass der Erhöhte mit der Niedriggebliebenen die neue Ganzheit bildet. Schema: Ich in dir, und du in mir, doch du bist nicht wie ich, weil dir meine Selbstopferung fehlt. Naturgemäß vertragen sich die Gegensätze nicht, sodass die opfernde Übergangslösung eine bis zum Ende währende Trennung der Partner ist.
Tho 011 Jesus: Dieser Himmel und der Himmel über ihm wird vergehen. Die Toten leben nicht, und die Lebenden sterben nicht. Indem ihr esst, was tot war, macht ihr daraus etwas, das lebt. Da ihr nun ins Licht geht – was wollt ihr tun? Obwohl ihr einer seid, wurdet ihr zwei; da ihr nun zwei seid – was wollt ihr tun?Durch die Trennung der Partner ist dann jeder mit sich selbst beschäftigt. Indem jedoch der die Ganzheit hergestellte Mann durch seine Erhöhung die Macht und die Kraft auf sich vereinigt, wird er sich in beiden Partnern am Ende zu deren Selbstvollendung einer innerpersonal vollständigen Ganzheitlichkeit durchgesetzt haben. Damit sind sie sodann deckungsgleich geworden. Schema: Ich in dir und du in mir, und du bist wie ich nun ganzheitlich. Erst jetzt können die beiden in sich selbst spiegelbildlich Gewordenen ihre uranfängliche Einheit empfangen und leben, womit sich nun das zeitlich unvollendete Abbild zum ewig vollendeten Urbild gewandelt hat. Das ist die Weise, wie sich das allmächtige Urbild seiner Kausalität wegen in der Zeit auf Ewigkeit begründet und sichert.
Tho 022 Jesus sah, wie Babys die Brust bekamen. Darauf sprach er zu seinen Schülern: Diese Säuglinge gleichen denen, die ins Reich kommen. Sie fragten ihn: Indem wir also uns klein machen, kommen wir ins Reich? Jesus aber sprach zu ihnen: Wenn ihr aus zwei eins macht; wenn ihr das Innere wie das Äußere, das Äußere wie das Innere und das Obere wie das Untere macht; wenn ihr Mann und Frau vereinigt, so dass der Mann nicht Mann und die Frau nicht Frau bleibt; wenn ihr mit neuen Augen seht, mit neuen Händen handelt, mit neuen Füßen geht und ein neues Bild aus euch macht – dann kommt ihr ins Reich.
Bei zwei zu eins machen bzw. Vereinheitlichung, geht es immer um die personale Verbindung zu einer neuen Einheit, bzw. den ganzheitlichen Menschen. Diese neue Einheit ist im Moment ihres Entstandenseins in den paradiesischen Ur-Anfang gestellt, der so schön in der Genesis symbolhaft dargestellt ist. Der Trick des Versuchers bestand darin, dem ganzheitlich allmächtigen aber sich dessen noch nicht bewusst seienden Menschen vorzugaukeln, er hätte die Allmacht nicht, und könne sie sich mit der verbotenen Frucht - als einer selbstschädigenden Handlung - beschaffen. Doch ist das Gegenteil der Fall. Die Selbstschädigung besteht in der Erzeugung eines die Einheit wieder spaltenden Selbstwiderspruchs, mit dem Verlust der Allmacht und des nur in der Einheit gegebenen Lebens.Tho 030 Jesus: Wo drei Götter sind, da ist gar kein Gott. Wo zwei eins sind oder nur einer – ich bin mit ihm! Stell den Stein auf, und da findest mich du! Spalte das Holz, und da bin ich! Tho 048 Jesus: Wenn zwei im selben Haus miteinander Frieden machen, alsdann befehlen sie dem Berg anderswo hinzugehen, und er geht woanders hin. Tho 106 Jesus sprach: Wenn ihr aus zweien eins macht, dann werdet ihr Söhne des Menschen. Und wenn ihr dann dem Berg befehlt, sich wegzuheben, so wird er verschwinden.
Mit jenen drei Göttern wird auf eine finster tödliche Gespaltenheit abgehoben. Nur im ganzheitlichen Menschen ist Jesus als Stifter dieser Einheit mitvertreten. Der sinnbildliche Friede im gleichen Haus schafft die Einheit, welche die Voraussetzung für die Allmacht des sowohl ganzheitlichen als auch hierbei vollendeten Menschen ist. Denn Berge zu versetzen ist ja ein Sinnbild für die Allmacht, bzw. den Allmächtigen. Jesu Formulierung der "Söhne des Menschen" verweist daher auf den uranfänglich ganzheitlichen Menschen als das ewig allmächtige Urbild, das sich ja über seine zeitlichen Abbilder, sowie deren Verwirklichung zum Urbild, zu sich selbst einholt. Denn Gott der Herr hat in seinem ewig lebendigen Sein seiner Kausalität und Finalität wegen seine Wurzeln in der Zeit, weshalb sich Zeit und Ewigkeit wie z.B. Minus und Plus wechselseitig bedingen.
III. Die Lebenden und die Toten
Um den unausweichlichen Tod in der Zeitwelt zu überleben, und sein Dasein in die Ewigkeitswelt Gottes hinüber zu retten, ist es zwingend erforderlich mit dem so genannten All-Geist - oder auch Heiligen Geist des Universums - eine Fusion einzugehen. Denn die Aufnahme einer Verbindung zum Person seienden Universum bringt dem Betreffenden eine erste personale Vereinheitlichung, zu einem neuen Menschen mit einer neuen Qualität des Daseins. Derjenige hat sich nicht mit einem gegengeschlechtlichen Partner zum uranfänglichen Menschenpaar einer Person verbunden, sondern er hat seine Vervollständigung durch Jesus Christus erhalten, der seit Pfingsten in geistlicher Weise über das All sich ausgebreitet befindet. Aus diesem Grunde spricht Jesus von nur einem mit dem er ist, gegenüber den zweien, die eins sind, mit denen er ebenfalls ist.
Tho 030 Jesus: Wo drei Götter sind, da ist gar kein Gott. Wo zwei eins sind oder nur einer – ich bin mit ihm! Stell den Stein auf, und da findest mich du! Spalte das Holz, und da bin ich!
Joh 6,63 Der Geist ist es, der lebendig macht, das Fleisch nützt gar nichts. Die Worte, welche ich zu euch geredet habe, sie sind Geist und sind Leben. Jesus aber sprach zu ihm: Folge mir nach und lass die Toten ihre Toten begraben! Mt 8,22 + Lk 9,60 Jesus aber sprach zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber gehe hin und verkündige das Reich Gottes!
Generell ist es der Geist des Person seienden Universums, welcher aus einem Toten einen Lebenden werden lässt. Denn von Geburt an ist ja der materiell bedingte Menschengeist auf den zeitvergänglichen Leib geprägt, was daran erkannt werden kann, dass man sich mit ihm identifiziert. Mit dem je individuellen zeitlichen Ende ist auch das Ende der menschlichen Existenz gegeben, und die ja eigene Identifizierung betrifft dann nur noch einen Toten. Das ist von enormer Bedeutung für die Seele, welche als unsterbliche Wesensgestalt eines jeden Menschen seine gesamtzeitlich erworbene geistliche Verfassung widerspiegelt. Im Fall des auf Tod und Gestorbensein Geprägten vermag die Seele nur ein todbezogenes Leben wiederzugeben. Sozusagen das immer wieder neu gelebte todverfallene Leben in einer unbewusst unendlichen Schleife.
Um aus der tödlichen Zeitfalle herauszukommen, gibt es einen einzigen Weg, welcher eben der universale Herr und Gott selbst ist. Als das Dasein in Person geht von ihm Leben, Leben und nochmals Leben aus. Aber ohne eine Rückkoppelung zu dieser Quelle verkehrt sich das von ihm ausgegangene Leben in zu lebenden und gelebten Tod. Erst die lichte Reflexion mit der Quelle bringt die Einbeziehung in sie, und damit das eigene Leben als immerwährend zu lebendes Leben der unbegrenzten Fülle. Denn schließlich ist es gerade der Mensch, welcher mit seinen Anlagen die Fähigkeit zur Rückkoppelung besitzt. Selbstverständlich ist es immer auch Gnade und besondere Fügung, wenn sich die Fusion mit dem All-Geist verwirklicht. Ausschlaggebend hierfür ist erkennbar der Grad der Intensität und inneren Reinheit des Herzens, der den Erfolg eintreten oder verhindern lässt.
Mk 12,26 Was aber die Toten anbelangt, dass sie auferstehen, habt ihr nicht gelesen im Buche Moses, bei [der Geschichte von] dem Busch, wie Gott zu ihm sprach: «Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs»? Mt 22,32 «Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs»? Er ist aber nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebendigen. Mk 12,27 ist aber nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebendigen. Darum irret ihr sehr. Lk 20,38 Er ist aber nicht Gott der Toten, sondern der Lebendigen; denn ihm leben alle.
Anhand vorstehender Bibelverse ist es ganz offensichtlich ein Irrglaube, dass mit dem Tod alles aus und vorbei sei. Das je eigene zeitliche Ende markiert nur den Schlusspunkt eines zwischen Geburt- und Todeszeitpunkt definierten Lebens. Bei der biblischen Unterscheidung der Lebenden von den Toten sind es diese zwei polaren Seinsweisen des zum einen auf das vergängliche Fleisch festgelegten Geistes, und zum anderen des auf den unvergänglich universalen Geist festgelegten Geistes. Der Anteil an der universalen Person garantiert einen Übergang des eigenen Lebens in die universale Dimension, was einen Daseinsunterschied vom Rang des Seins im Verhältnis zum Nichtsein ausmacht. Ein Mensch der das Leben gefunden hat, wird erst nach seinem zeitlichen Ende sein Leben als universal Lebendiger in Empfang nehmen können.Lk 24,5 Da sie nun erschraken und das Angesicht zur Erde neigten, sprachen diese zu ihnen: Was suchet ihr den Lebenden bei den Toten. Lk 24,5 Da sie nun erschraken und das Angesicht zur Erde neigten, sprachen diese zu ihnen: Was suchet ihr den Lebenden bei den Toten?
In der Einheit von Sohn und Vater war Jesus ganzheitlicher Mensch, ohne vorher mit einer Frau zu einem Fleisch geworden zu sein. Denn für die Ganzheitlichkeit ist es ausreichend, als Einzelner mit dem universalen Geist fusioniert zu haben. Von Jesus wissen wir über seine Fusion gut Bescheid. Sie wird von den Evangelisten mit der Taufe am Jordan beschrieben. Erst von diesem Zeitpunkt an, war Gott der Herr kraft seines universalen Geistes in Jesus direkt persönlich anwesend gewesen. Das ist die Wirkung des All-Geistes, dass wer von ihm ergriffen wird, sodann mit seiner Person das All als dessen lebendigen Herr und Gott spiegelt. Dagegen ist alles im Universum Befindliche ohne diesen Kontakt zum Ganzen und seiner Lebendigkeit eben tot oder dem Tod geweiht.
Tho 011 Jesus: Dieser Himmel und der Himmel über ihm wird vergehen. Die Toten leben nicht, und die Lebenden sterben nicht. Indem ihr esst, was tot war, macht ihr daraus etwas, das lebt. Da ihr nun ins Licht geht – was wollt ihr tun? Obwohl ihr einer seid, wurdet ihr zwei; da ihr nun zwei seid – was wollt ihr tun? Tho 051 Die Jünger fragten Jesus: Wann wird denn die Ruhe der Toten eintreten, und wann wird die neue Welt kommen? Er antwortete ihnen: Die Ruhe, welche ihr erwartet, ist ja schon gekommen. Nur erkennt ihr sie nicht. Tho 052 Seine Jünger sagten zu ihm: In Israel haben vierundzwanzig Propheten gesprochen, und alle sprechen durch dich. Er antwortete: So wendet ihr euch von mir "dem Lebendigen" ab, und redet stattdessen von den Toten.
Mit der neuen Welt, als der kehrseitigen Ewigkeitswelt Gottes, ist die alte Zeitwelt zum Nichtsein untergegangen. Mit untergegangen sind dabei auch all ihre Toten, welche ohne einen Bezug zur Ganzheit des Alls vom Selbstvollzug des Universums abgeschnitten waren. Nur wer am Selbstvollzug des Universums in der Person des sich vollendenden ganzheitlichen Menschen oder an Jesus Christus teilnimmt, der wird sich mit dem All zusammen zu vollkommenem Leben in Ewigkeit mit vollenden. Und so kommt es, dass der Tote im Tod zurückbleibt, während der Lebende aus dem Tod zum Leben wechselt. Die unauftrennbare Einheit allen Daseins in der Person des Herrn bewirkt, dass die identische Welt komplett zur einen Seite hin in den Tod versinkt, während sie sich zur anderen Seite hin zum Leben erhebt. Diese Zweiteilung des Daseins in tödliches Nichts und lebendiges Sein dient der Selbstpolarität, ohne die es generell kein Dasein geben könnte.
Tho 061 Jesus: Zwei ruhen auf einem Bett. Einer wird sterben, der andere leben. Da fragte Salome: Woher hast du das? Was bist du für ein Mensch! Du hast auf meinem Bett gelegen und von meinem Tisch gegessen. Ihr antwortete Jesus: Mein Leben stammt aus dem Licht; was meinem Vater gehört, davon ist mir gegeben. Da sagte Salome: Ich bin deine Schülerin. Deswegen sage ich: Wer leer ist, den erfüllt Licht. Ist einer aber in sich gespalten, dann füllt ihn Dunkelheit.
Zunächst schlechte Aussichten für Salome, trotzdem sie offensichtlich Jesus zu Diensten war. Doch darauf kommt es für das Leben nicht an, wo nur die Geistesleistung und nicht die Fleischesleistung zählt. Salome kommt zum richtigen Ergebnis der Worte Jesu, und will Schülerin sein. Hierauf entgegnet Jesus mit der Leere, die zuerst zu erreichen wäre, damit Platz für einzuströmendes Licht geschaffen ist. Mit dem Licht kommt die Leben spendende personale Einheit zum dadurch ganzheitlich gewordenen Menschen. Die Einheit mit dem universalen Licht nicht zu haben, ist gleichbedeutend, gespalten und finster zu sein. Und so bezeichnet Jesus das universale Licht der Person des Herrn als die wahre Mutter für das wahre Leben.
Tho 101 Jesus: Wer nicht Vater und Mutter hasst wie ich, der kann mir nicht folgen. Und wer nicht den Vater liebt und seine Mutter wie ich, der kann mir nicht folgen. Denn eine Mutter brachte mich zur Welt, aber die wahre Mutter gab mir das Leben. Tho 111 Jesus sprach: Auch wenn Himmel und Erde untergehen – wer aus dem Lebendigen lebt, der empfindet weder Tod noch Furcht. Denn wer sich selbst findet, der ist über die Welt hinaus.
Mit dem ganzheitlich machenden Besitz dieses All-Lichtes der Unendlichkeitsbedingungen hat man sich selbst im Herrn gefunden. Da dies noch nicht das Zeitende ist, bedeutet die Selbst- und Gottfindung gewissermaßen eine Art Buchung auf die Inkraftsetzung bei Ende der Zeit. Damit ist man unwiderruflich auf der Siegerstraße, von der einen nichts und niemand mehr herunterholen kann. Dann fällt auch das je individuelle Zeitende mit dem allgemeinen durch die Arm- und Handrückziehung des Herrn bewirkten Akt- und Zeitende zusammen. Mit der dadurch eintretenden Umkehrung der Wirklichkeit ist das zeitliche Schöpfungsgericht beendet, und die Wirklichkeit ewig lebendigen Seins bei Gott, in Kraft gesetzt.
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